Idee der Lebenshilfe: Wohnschule für psychisch Kranke in Salzgitter

Carolina Kalisch will die Lebenshilfe weiterentwickeln
Die neue Geschäftsführerin ist ein Fan der Eingliederungshilfe. Beispiele dafür gibt es in der Kattowitzer Straße 217.

Ein ambulantes Angebot der Lebenshilfe ist die Kontaktstelle Waage (Leiterin Petra Heldt, links). Die Teilnehmer kochen dort gemeinsam.

Seit Oktober hat die Le­benshilfe eine neue Geschäftsführe­rin, Carolina Kalisch. Sie nutzt den Termin für ihre Vorstellung, um An­gebote der Lebenshilfe in der Katto­witzer Straße 217 zu präsentieren. Denn, so sagt sie, was sie an dem Angebot der Lebenshilfe in Salzgit­ter schätzt, ist, dass beeinträchtigte Menschen in jedem Alter begleitet werden. Und in der Einrichtung in der Kattowitzer Straße findet man ein Bündel an interdisziplinären Angeboten für psychisch und kör­perlich beeinträchtigte Erwachsene – ambulante und stationäre.

Kalisch ist Betriebswirtin, Schwerpunkt Personal- und Rech­nungswesen, und hat durch einen Arbeitsplatz die soziale Sparte für sich entdeckt. Mehr als zehn Jahre hat die Baden-Württembergerin in der Eingliederungshilfe gearbeitet, sagt sie, ,,in unterschiedlichen Posi­tionen und Funktionen”. Sie schät­ze die sinnvolle und abwechslungs­reiche sowie anspruchsvolle Arbeit mit Individuen und unterschiedli­chen Zielgruppen. Kalisch: ,,Ich ha­be in der Eingliederungshilfe mein Zuhause gefunden.”
Mit dem Bundesteilhabegesetz seien nun die Weichen für die Teil­habe beeinträchtigter Menschen neu gestellt worden. ,;wir sind gera­de dabei, mit dem Führungsteam Vi­sionen und Strategien zu entwi­ckeln”, erzählt sie. Ideen gibt es be­reits: etwa eine Wohnschule oder Außenwohngruppen als Vorstufe zum selbstständigen Wohnen oder inklusive Kindergartengruppen. „Ambulant könnte man noch mehr machen”, sagt Kalisch, zumal sie dort die Zukunft sieht, und: ,;wir hoffen auf Investoren.”
Die könnten sich in der Kattowit­zer Straße 217 einen kleinen Überblick verschaffen. Hier gibt es am­bulante Assistenzangebote, die Ca­rola Gaßmann verantwortet. Da existiert seit 1998 etwa die Kontakt­stelle Waage, ein niedrigschwelliger, beliebter Treff für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen samt vier Selbsthilfegruppen – eine der ersten ihrer Art, wie Leiterin Petra Heldt betont. Ein Beratungs­treff für Menschen mit Beeinträchti­gungen und ihre Angehörigen er­gänzt das Angebot. Für Krisensitua­tionen, weitergehenden Hilfen, Fi­nanzierung oder anderes ist dies eine erste Anlaufstelle.
Auch das betreute Wohnen für Menschen mit psychischen sowie geistigen Beeinträchtigungen ist ein ambulantes Angebot für die, die zu Hause leben möchten. Auch eine Beratung gibt es. Elf Miet-Apparte­ments stehen hier denen zur Verfü­gung, die sich eigenes Wohnen be­reits zutrauen.

Im stationären Bereich hat Romy Wolff die Hausleitung inne, Olaf Flamme steht dem Bereich mit 25 Plätzen vor. ,,Es handelt sich nicht um eine pflegeeinrichtung”, betont Kalisch. Wer Hilfe und Betreuung braucht und geistig oder körperlich beeinträchtigt ist, findet hier aber ein Zuhause mit Unterstützung – und zum Lernen des selbständigen Wohnens. Die dort angesiedelte heiminterne Tagesstruktur ist unter anderem eine Maßnahme für Ältere gegen Vereinsamung.
Zu den Lebenshilfe-Angeboten für Kinder zählen die des Familien­unterstützenden Dienstes, der Fa­milien Freiräume verschafft. 

Quelle: Salzgitter Zeitung | Text: Verena Mai | Foto: Bernward Comes

 

 

PRESSEMITTEILUNG

Inklusionsbetrieb Schlosshof Gastronomie und Service gGmbH schließt zum Jahresende

Salzgitter, 17.12.2019 – Die Lebenshilfe Salzgitter e.V. gibt heute bekannt, dass der Inklusionsbetrieb Schlosshof Gastronomie und Service gGmbH nach 10jährigem Bestehen den Betrieb zum 31.12.2019 einstellen muss. Der anhaltende Fachkräftemangel sowie die Erhöhung des bislang ermäßigten Umsatzsteuersatzes ermöglichen keine Fortführung des Inklusionsbetriebs. Allen Beschäftigten wird derzeit aktiv bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz in der Region geholfen.

Der Fachkräftemangel im Gastronomiebereich ist für viele Betreiber von Restaurants, Cafés oder Catering-Unternehmen seit Jahren spürbar. Für den Inklusionsbetrieb Schlosshof Gastronomie und Service gGmbH wiegt dieser Mangel an Fachkräften und potentiellen Mitarbeitern besonders schwer, um unter den vorgegebenen Rahmenbedingungen bestehen zu können und den Menschen mit Behinderung die wichtige Teilnahme am Arbeitsleben zu ermöglichen.

Darüber hinaus wirkt sich ein Urteil des Bundesfinanzhofs aus diesem Jahr erschwerend für eine Fortführung des Inklusionsbetriebs aus. Nach der Neuregelung unterliegen nun die Umsätze von Gastronomieunternehmen, bei denen Menschen mit Behinderung beschäftigt sind, nicht mehr dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 Prozent. Die Besteuerung mit 19 Prozent auf die erzielten Leistungen kann nicht kalkuliert und somit nicht erbracht werden.

Aufgrund dieser Sachlage ist nun der Beschluss der Gesellschafterin Lebenshilfe Salzgitter e.V. ergangen, den Betrieb des Inklusionsbetriebs zum Jahresende einzustellen. Die Priorität liegt aktuell ganz klar dabei, allen Mitarbeitern bei der Suche nach einem neuen und passenden Arbeitsplatz tatkräftig zu unterstützen und sie bei allen dazu erforderlichen Schritten zu unterstützen. Die Lebenshilfe Salzgitter e.V. bedankt sich bei allen Mitarbeitern und Gästen, ohne deren Aktivität, Engagement und Unterstützung der Inklusionsbetrieb Schlosshof Gastronomie und Service gGmbH nicht so lang erfolgreich hätte betrieben werden können.

www.lebenshilfe-sz.de

Pressekontakt:

Lebenshilfe Salzgitter e.V.
Meik Heitefuß
1. Vorsitzender

Kreuzacker 2
38259 Salzgitter-Bad

Tel.: 05341 / 87 22-0
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